Darkwell – MOLOCH

darkwell_moloch_cover_MASCD0955Sie gehören zu den Urgesteinen des Female Fronted Gothic Rock/Metal, Darkwell aus Österreich. Anfang 1999 gegründet, konnten sie noch im selben Jahr einen Plattenvertrag mit dem österreichischen Label Napalm Records an Land ziehen. Auf diesem Label erschien dann auch das 2000er Debut SUSPIRIA  und vier Jahre später nach Umbesetzung (u.a. mit neuer Sängerin) METATRON, zusätzlich eine EP und ein Single. 2008 wurde die Band dann aus privaten Gründen für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. 2013 stieß Bassist und Gründungsmitglied Roland Wurzer auf ein paar fertige Riffs von 2008 und nahm Kontakt zu den ehemaligen Bandmitgliedern auf. Und wie Phoenix aus der Asche sind sie jetzt wieder da.

3490903Das Album startet gleich mit dem Titelsong “Moloch”. Druckvolle Gitarren, treibendes Schlagzeug. Für Darkwell-Verhältnisse ein recht schnell gespielter Song, der Gesang der neuen/alten Sängerin Alexandra Pittracher wird durch fast hektisch klingendes Drumming unterlegt. “In Nomine Serpentis” erinnert dann schon eher an die Anfangstage von Darkwell. Wesentlich ruhiger und getragener, Streicher sorgen für ordentlichen Bombast, ohne jedoch kitschig zu wirken. “Yoshiwara” startet mit harten Gitarrenriffs, bevor der Double Bass Fahrt aufnimmt.

3490897Fall Of Ishtar” rockt zunächst richtig los, bevor das Tempo etwas zurückgenommen, neben dem Schlagzeug dominieren Keyboard und Streicher. Darüber thront jedoch Alexandra’s betörender Gesang. Gegen Ende des Songs ist ein Klasse Gitarrensolo zu hören. Bei “Save My Sight” sind zunächst dezente Industrial-Anleihen zu hören, die dann jedoch durch knallende Riffs und Keyboard-Teppiche verdrängt werden. Mit Double Bass Attacken endet der Song. “Loss Of Reason” startet mit schnellen harten Riffs bevor der Gesang etwas ruhiger einsetzt, der von druckvollen Schlagzeug und teilweise schnellem Double Bass unterlegt wird.

3490910Im Lichte” ist ein Song mit deutschen Text. Songstruktur und Gesang erinnern mich hier sehr an frühere Songs von Elis aus Liechtenstein. Wenn überhaupt ein Song auf MOLOCH den Titel Ballade verdient, dann wohl am ehesten dieser, obwohl er mit sehr viel Druck produziert ist. Zum Schluss gibt es noch ein riesiges Gitarrensolo. Mit dem längsten Song des Albums “Awakening” endet die Standard-Edition. Noch einmal wird das druckvolle Schlagzeug von Keyboard-Passagen und Streichern unterlegt. Die Käufer des Digipacks können sich dann noch auf zwei Bonus Tracks freuen.

Darkwell machen im Jahr 2016 genau da weiter, wo sie vor etwa zehn Jahren aufgehört haben. Gothic Rock / Metal mit einer Prise Düsternis. Sängerin Alexandra Pittracher konnte mich vom ersten Ton an mit ihrer betörenden Stimme überzeugen. So ungefähr müssen die Sirenen im antiken Griechenland geklungen haben – verführerisch. Und ihre Mitstreiter an den Instrumenten stehen dem kaum nach. Die Produktion ist druckvoll. Ein gelungenes Comeback der Band aus Tirol.

Video Clip zu “Yoshiwara”: https://youtu.be/HqINQpr8pdw?list=PLDEAF625DF0A94B21

Lineup:

Alexandra Pittracher – Gesang
Mathias Nussbaum – Gitarren
Raphael Lepuschitz – Keyboard
Roland Wurzer – Bass
Michael Bachler – Schlagzeug

Label: Massacre Records

VÖ: 23.09.2016

Spieldauer: 48:54 / Digipak: 01:04:29

Titelliste:

  • Moloch
  • In Nomine Serpentis
  • Yoshiwara
  • Fall Of Ishtar
  • Save My Sight
  • Bow Down
  • Clandestine
  • Loss Of Reason
  • Im Lichte
  • Golem
  • Awakening
  • Hope Unborn #2016 (*)
  • Midlife Crisis (*)

(*) Digipak Bonus

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Delain–MOONBATHERS

679_Delain_CMYK[1]Sie feiern in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum, die Symphonic Metal Band Delain aus dem dem niederländischen Zwolle. Naja, so ganz stimmt das nicht. Den ersten Anlauf nahm die Band bereits im Jahr 2002. In diesem Jahr startete Keyboarder Martijn Westerholt das Projekt, jedoch mit gänzlich anderer Besetzung. Im selben Jahr erschien auch das inzwischen rare Demo “Amenity”. Danach ruhte das Bandprojekt bis Delain einen Plattenvertrag mit Roadrunner Records abschließen konnten. Als offizieller Start der Band gilt jetzt der September 2006, in dem auch das Debutalbum “Lucidity” erschien. Im Februar diesen Jahres wurde als kleiner Vorgeschmack auf das fünfte Album die EP “Lunar Prelude” veröffentlicht. Jetzt hat das Warten Fans ein Ende, das neue Album MOONBATHERS ist fertig.

Was sich auf “Lunar Prelude” bereits andeutete, bestätigt der Opener “Hands Of Gold”. Delain gehen bei vielen Songs deutlich härter zu Werke als auf den früheren Alben. 6J8B7333Mit viel orchestralen Bombast und knallenden Gitarren ist das ein furioser Einstieg in MOONBATHERS. So passen dann auch die von Alissa White-Gluz (Arch Enemy) eingesungen Growls hervorragend dazu. Auch “The Glory and the Scum” unterstreichen das neue Selbstverständnis der Niederländer. Der äußerst melodische Gesang von Charlotte Wessels wird unterlegt von harten Gitarrenriffs. Und von der Power von “Suckerpunch” konnte man sich bereits auf der EP überzeugen.

Mit “The Hurricane” gönnen Delain ihren Fans die erste Verschnaufpause. Der Song ist ruhiger angelegt, trotzdem sind druckvolle Gitarrenriffs zu hören, aber auch balladeske Melodieführungen. Von ruhigen Piano-Klängen begleitet, zeigt Charlotte Wessels in “Chrysalis – The Last Breath” das sie eine herausragende Sängerin ist. Eine wunderschöne Ballade. Aber schon mit “Fire With Fire” ist es mit der Ruhe vorbei, ein schneller und trotzdem melodischer Rock-Song mit harten Gitarrenriffs. “Pendulum” ist ein Delain-typischer Pop-Rock-Song, der aber ebenfalls von treibenden Gitarrenriffs geprägt wird. Im zweiten Teil ist ein hervorragendes Gitarren-Solo zu hören.

6J8B7477Auch “Danse Macabre” ist ebenfalls  ein poppiger Song, aber mit viel Gitarren- und Schlagzeug-Power. Für mich einer der Höhepunkte des Albums ist das Queen-Cover “Scandal”. Orchestraler Bombast gemixt mit knallenden Gitarren und kraftvollem Gesang. Dazu ein Wahnsinns-Gitarren-Solo im Mittelteil. So gefällt mir der Song um Klassen besser als das Original. Die Delain-typische Rock-Pop-Hymne “Turn the Lights Out” war ebenfalls schon auf der EP zu hören. Und zum Schluss gibt es mit “The Monarch” eine wunderschöne Power-Ballade, bei der zunächst die Streicher dominieren, später dann das ganze Orchester einsetzt.

Es ist nicht einfach für Rockmusiker, ihren Sound ständig weiter zu entwickeln ohne ihre alten Fans zu verprellen. Delain ist das auf ihrem fünften Album mit Bravour gelungen. Die altbekannten Trademarks, wie wunderschöne Melodieführung, symphonische Orchestrierung und glockenklarer Gesang wurden erweitert um  druckvolles Schlagzeug-Spiel und knallende Gitarrenriffs. Vor allem der Zugang von Merel Bechtold als zweite Gitarristin hat der Band merklich gut getan und sorgt für einen fetten Gitarrensound. MOONBATHERS ist ein rundum gelungenes Album mit abwechslungsreichem Songwriting. Der rockige Sound, den die Niederländer live bereits bieten ist jetzt auch auf einer Studio-Produktion zu hören.

Photos von Sandra Ludewig

Offizielles Lyrik-Video zu “The Glory And The Scum”: https://youtu.be/vtaVKW5N_VE

Lineup:

Charlotte Wessels – Gesang
Martijn Westerholt – Keyboards
Otto Schimmelpenninck van der Oije – Bass
Ruben Israel – Schlagzeug
Timo Somers – Gitarre
Merel Bechtold – Gitarre

Label: Napalm Records

VÖ: 26.08.2016

Spieldauer: 49:06

Titelliste:

  • Hands Of Gold
  • The Glory and the Scum
  • Suckerpunch
  • The Hurricane
  • Chrysalis – The Last Breath
  • Fire With Fire
  • Pendulum
  • Danse Macabre
  • Scandal
  • Turn the Lights Out
  • The Monarch

 

 

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Metalband Relinquished kündigen neues Album für 2017 an und unterschreiben Deal bei NRT-Records

RelinquishedSeit 2004 konnten die Multi-Metaller von Relinquished sich einen Namen in der deutschsprachigen Metal-Szene erspielen und auf eine doch beachtliche Laufbahn zurück blicken. Das Quartett aus Kufstein, erregte erstmals im Jahr 2004 mit erscheinen ihrer ersten EP „Rehearshal Doom“ Aufmerksamkeit und konnten dank dieser EP, Booker und Promoter von sich überzeugen.

Padded Cell Musikvideo


 

Ihre beiden Alben Susanna Lies in Ashes und Onward Anguishes sind Tondokumente, welche die kontinuierliche Weiterentwicklung der Band, perfekt aufzeigen. Zwar bleiben Relinquished sich treu und erschufen ihren eigenen, unverkennbaren Sound, jedoch unterscheiden sich beide Alben voneinander, was ein Zeugnis dafür ist, das die Band sich stetig weiterentwickelt. Klang das ganze zunächst nach reinem Death / Doom mit einer Spur Black Metal (Susanna Lies In Ashes), sind auf Onward Anguishes bereits Einflüsse des Alternative- & progressive Metal zu hören.

Sinister Dreams Video

 

Bemerkenswert sind auch die Musikvideos der Band, die ebenso wie ihre Platten bei Kritikern und Fans großen Zuspruch fanden. Nun haben Relinquished einen Plattenvertrag bei dem deutschen Independent-Label NRT-Records unterzeichnet und werden im kommenden Jahr ihr drittes Studioalbum Addictivities über dieses Label veröffentlichen. Bereits jetzt schon, hat NRT-Records die digitale Neuveröffentlichung des Backingkatalogs von Relinquished in Angriff genommen. Wer möchte kann sich nun noch ein interessantes Interview mit der Band anschauen

Interview Mit Stefanie Gapp


 

Wem das alles noch nicht reicht, dem empfehlen wir folgende Links:

Relinquished – Official Website: http://relinquished.nrt-records.com
Relinquished – Bei Facebook: https://www.facebook.com/RelinquishedOfficial/


NRT-Records
Philipp Gottfried
Lörracher Str. 67
79639 Grenzach-Wyhlen
Baden-Württemberg
Deutschland

Web: www.nrt-records.com
e-Mail: Gottfried@nrt-records.com

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Crystal Ball – DÉJÀ-VOODOO

CrystalBall_DejaVoodoo_cover_MASCD0952Bei den Begriffen Rockmusik und Schweiz assoziiert man in der Regel Krokus und Gotthard, eventuell auch noch Shakra oder Eluveitie. Aber aus der Schweiz kommen auch noch eine Vielzahl anderer hochklassiger Rock- und Metal-Bands wie November 7, 69 Chambers oder auch Wicked Plan. Und jetzt lerne ich auch Crystal Ball kennen. Seit 1999 existiert die Band aus Luzern bereits. Und im September erscheint mit DÉJÀ-VOODOO bereits das neunte Album der Band.

Mit dem Titelsong “Déjà-Voodoo” starten Crystal Ball nach kurzem “Pseudo-Intro” druckvoll in das Album. Interessant auch das Wortspiel “Déjà-vu/Voodoo”, passend zur Voodoo-Puppe auf dem Album-Cover. In diesem Song sind alle Trademarks der Schweizer zu hören, knallende Gitarren-Riffs, teilweise dezent von Keyboards unterlegt, treibendes Schlagzeug, ein herausragender Gesang und eingängige Refrains mit Chorussen. _MD91498Dazu ein starkes Gitarren-Solo. Zu diesem Song hat die Band auch ein Video-Clip produziert. Bei “Director’s Cut” wird das Tempo noch ein wenig erhöht.

“Never A Guarantee” startet mit leichten Industrial-Anleihen, bevor auch dieser Titel zum mitreißenden Rocksong wird, der zum Headbangen verleitet. Der Song ist sehr melodisch und besitzt Airplay-Potential. Neben den fett produzierten Midtempo-Rockern sind auch zwei Balladen auf dem Album zu hören. “Home Again” ist eine wunderschöne Power-Ballade. Hier zeigt Sänger Steven Mageney seine stimmlichen Qualitäten. Später knallt dann “Dr. Hell No” noch einmal richtig aus den Boxen. Etwas schneller als die anderen Songs, vor allem die Gitarren preschen mit hoher Geschwindigkeit voran. Und mit der zweiten Ballade “To Be With You Once More” klingt das Album dann ruhig, fast schon besinnlich aus.

Mit DÉJÀ-VOODOO haben Crystal Ball ein Album mit zeitlos schöner Rock-Musik veröffentlicht. Die Produktion ist druckvoll, der Sound überzeugt. Allerdings sind die Schweizer wohl etwas zu sehr auf Nummer sicher gegangen. Die Band leistet sich zwar keine Ausreißer, weder nach unten noch nach oben. Jeder Song für sich ist ein Ohrwurm, aber abgesehen von den beiden Klasse-Balladen sind die einzelnen Songs zu vorhersehbar. Keine Überraschungen, zu wenig Abwechslung bei den Songstrukturen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ein solides Album, eingespielt von hervorragenden Musikern.

Offizielles Video zu “Déjà-Voodoo”: https://youtu.be/JSODxnaW5nM

Lineup:

Steven Mageney – Gesang
Scott Leach – Gitarren
Tony „T.C.“ Castell – Gitarren
Cris Stone – Bass
Marcel Sardella – Schlagzeug

Label: Massacre Records

VÖ: 02.09.2016

Spieldauer: 46:57 / Digipak: 54:22

Titelliste:

  • Déjà-Voodoo
  • Director’s Cut
  • Suspended
  • Never A Guarantee
  • Reaching Out
  • Home Again
  • To Freedom And Progress
  • Time And Tide
  • Without A Net
  • Full Disclosure (*)
  • Fools‘ Parade (*)
  • Dr. Hell No
  • To Be With You Once More

(*) Digipak Bonus

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