Hamburg Metal Dayz 2016

Ort: Markthalle Hamburg
Termin: 23./24. September 2016

Die Hamburg Metal Dayz feiern ein kleines Jubiläum. Zum fünften Mal werden im Rahmen des Reeperbahn-Festivals auch härtere Klänge präsentiert. Austragungsort ist erneut die Markthalle Hamburg, in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes gelegen. Und die Veranstaltung war schon seit Tagen ausverkauft!

Freitag

MaschineAuch in diesem Jahr wurde das Festival von  Maschine vom Veranstalter ICS Nothgard(u.a. W:O:A) eröffnet. Und gleich im Anschluss zerlegten Nothgard aus dem bayrischen Deggendorf die Bühne im Großen Saal der Markthalle mit ihrem symphonischen Death Metal. Die Band, die zusätzlich Einflüsse aus Klassik und Folk-Metal in ihren Songs verarbeitet, steht seit 2008 auf der Bühne.

Mambo KurtZur selben Zeit hatte Mambo Kurt seinen ersten Auftritt im MarX. Er ist konsequent und spielt in einer Einkaufszone Slayer: “Damit kann dort niemand etwas anfangen”. Und auf einem Metal Festival? Natürlich Depeche Mode. “Ich beknie Michael Hübner Jörg Sonntag(Mitveranstalter des Wacken Open Air – d.A.) schon seit zehn Jahren, Depeche Mode mal in Wacken auftreten zu lassen. Anschließend präsentierte Jörg Sonntag eine Videoshow “Die Geburt des Krachs – die Anfänge des Heavy Metal”. Mit vielen alten Aufnahmen aus dem legendären Beat Club, u.a. von Motörhead, Led Zeppelin, Deep Purple oder auch Black Sabbath. Dazu gab es diverse Interviews mit den Protagonisten – Jimmi Page, Ian Gillan und anderen.

HeidevolkIm Großen Saal gab’s dann Pagan und Folk Metal auf die Ohren. Heidevolk aus dem niederländischen Arnhem stürmten auf die Bühne. Folk Metal Hymnen vom Feinsten heizten den Fans so richtig Hollow Skaiein.

Im MarX erzählte Buchautor Hollow Skai Anekdoten zu diversen Rock- und Metal Songs, zu “Smoke on The Water” oder auch zu “Wind Of Change”. Nach jeder kleinen Geschichte, wurden die Songs auch live vorgetragen, von Marius del Mestre (ex-Gitarrist der Rio-Reiser Band Ton Steine Scherben).

IMG_4853Für mich waren Russkaja aus Wien DIE Entdeckung des Abends. Seit nun mehr über zehn Jahren beglücken die Musiker ihre Fans mit ihrer “Russian Turbo Polka“. Neben der Metal typischen Rhythmus-Abteilung kommen IMG_1234diverse, zum Teil selbst hergestellte Blechblas-Instrumente sowie eine Violine zum Einsatz. Der Höhepunkt war wohl die “Potete”, ein extra für die Band kreiertes Musikinstrument, eine Mischung aus Trompete und Posaune. Das war Spaß und Metal im Polka-Takt, gemixt mit Elementen der russischen Folklore.

Sascha Paeth /Felix Bohnke WorkshopZurück ins MarX. Dort standen jetzt Sascha Paeth Sascha Paeth /Felix Bohnke Workshop(Produzent Edguy, Avantasia, Gitarrist Avantasia) und Felix Bohnke (Schlagzeuger Edguy, Avantasia) auf der Bühne. Ihr “Rhythm Section Workshop” war eine Präsentation verschiedener Songs der beiden Bands. Beide Musiker plauderten aus dem Nähkästchen. Wie werden Studio-Produktionen live auf die Bühne gebracht? Wie ändert sich die Interpretation der Songs im Lauf der Zeit? Eine äußerst kurzweilige Stunde.

EquilibriumIm Großen Saal der Markthalle präsentierten Equilibrium ihre Version von Pagan Metal. Die Musiker selbst bezeichnen ihren Stil als “Epic Metal”, wobei man auch viele Einflüsse von Black und Viking Metal erkennen kann. Die Lichtverhältnisse waren ebenfalls episch, nämlich sehr schlecht. Die Fans in der vorderen gingen dabei jedoch so richtig steil.

Holger Schmenk - Kumpels in KuttenVorletzter Programmpunkt im MarX war eine Lesung zu den Büchern “Kumpels in Kutten – Heavy Metal im Ruhrgebiet” von Holger Schmenk. Der erste Band erschien im Jahre 2010, Band zwei soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Der Autor hat Interviews mit vielen Zeitzeugen geführt, Mille Petrozza (Kreator), Peter Burtz (Sänger von Steeler und erster Chefredakteur des Metal Hammer) und viele andere kamen zu Wort. Dazu wurde Bilder von Musikern aus Vergangenheit und Gegenwart gezeigt.

UMCUnd ganz zum Schluss gab es dann ein Wiedersehen mit ehemaligen Beyond The Black Musikern. Tobias Derer (Schlagzeug) und Nils Lesser (Gitarre) präsentierten mit UMC (Ultimate Music Covers) ihre Version von Top Ten Pop-Songs. So würden diese Hits klingen, wenn sie von Metallern präsentiert würden.

Samstag

GodsnakeDie Samstag-Session im großen Saal wurde eröffnet von den Lokalmatadoren von Godsnake. Lupenreiner Metal / Hardrock sorgte gleich für gute Stimmung. Am 1. April 2010 gegründet, war es doch mehr als nur ein Aprilscherz.

Es ist schon eine gute Tradition, dass die Macher des Thomas Jensen / Holger HübnerWacken Open Air sich den Fragen ihrer Fans stellen. So war auch in diesem Jahr das MarX wieder eine Stunde für diese Gesprächsrunde  reserviert. Themen wie die Full Metal Cruise, Full Metal Mountain oder auch die Wacken Winter Nights, die 2017 erstmalig stattfinden, wurden angesprochen. Aber auch für die kleinen Probleme der Wacken-Besucher hatten Thomas Jensen und Steak Number EightHolger Hübner ein offenes Ohr.

Die nächste Band auf der großen Bühne waren dann Steak Number Eight aus dem belgischen Wevelgem. Mit ihrem Sludge Rock brachten die Westflamen Abwechslung auf die sonst vom Metal dominierte Bühne.

Tim EckhorstIm MarX zeigten dann Grafiker, Illustrator und Comiczeichner Tim Eckhorst die Dos and Don’ts im Design von Logos und Album-Covern im Metal. Es gibt sehr einzigartige Logos aber auch viele Logos, die sich ähneln.

Orden OganIm Saal präsentierten Orden Ogan u.a. ihr aktuelles Album Ravenhead. Ich konnte die Band schon einige Male live erleben und bin immer wieder begeistert. Die 1996 gegründete Band zelebrierte Power-Metal vom Feinsten. Mit großer Spielfreude feuerte der Vierer aus Arnsberg eine Hit-Granate nach der nächsten ab.

PyogenesisDreizehn Jahre kein Album, zehn Jahre keine Konzerte. Es war ruhig geworden um Pyogenesis aus Stuttgart (jetzt offensichtlich Wahl-Hamburger). Im Sommer des letzten Jahres veröffentlicht die Band dann ihr sechstes Studioalbum “A Century In The Curse Of Time”.  Die musikalische Mischung aus Metal, Alternative und Punk wurde zunächst durch dunkle rote Beleuchtung der Bühne untermalt. Erst später, als die Photographen den Graben verlassen mussten, wurde es heller.

GloryhammerGloryhammer – so heißt das Seitenprojekt von Alestorm – Chef-Pirat Christopher Bowes. Intergalactic Space Metal, so bezeichnet die Band ihren Stil. Power Metal geht eine Symbiose mit Phantasy Lyrik ein. Spielte das erste Album noch in einem alternativen mittelalterlichen Schottland, werden die intergalaktischen Helden auf Album zwei wie mit einem Zeitsprung in das Jahr 1992 versetzt. Hier sind hervorragende Musiker am Werk, allen voran der Schweizer Thomas Winkler am Mikro. So kann der Kampf gegen bösartige Einhörner oder Chaos-Magier siegreich beendet werden. Perfekte Heavy Metal Unterhaltung!

Fuchs / Wolf-Man von den Apokalyptischen ReiternIm MarX lasen dann Fuchs und Wolf-Man von den Apokalyptischen Reitern aus ihrem Buch “Wie der Weltuntergang Teil unseres Lebens wurde”. Interessante, witzige aber auch zum Nachdenken anregende Episoden. Äußerst beeindruckend, der Bericht über eine Konzert-Tour durch Russland. Das war Kopfkino pur.

Den Schlusspunkt im MarX setzten dann The New Black aus Würzburg. The New BlackDie Band um Christof Leim, dem ehemaligen Chefredakteur des Metal Hammer; begeisterte die anwesenden Fans mit ihrem bodenständigen Hard Rock. Und sie ließen sich auch durch kleine technische Probleme am Drum-Set nicht aufhalten, mit viel Humor und großer Spielfreude war das ein mehr als würdiger Abschluss der Metal Dayz  im MarX. Nicht geschafft habe ich es leider zum Finale im Großen Saal mit dem Headliner DAD aus Dänemark.

Das war das Mini-Jubiläum, fünf Jahre Hamburg Metal Dayz in der Markthalle. Zwei Tage mit hervorragenden Bands auf beiden Bühnen. Zwei Tage Unterhaltung und Entertainment in den Lesungen, Gesprächsrunden und Vorträgen. Zwei Tage Spaß, zwei Tage den Alltag vergessen. Ein herzliches Dankeschön an die Veranstalter, an die Mitarbeiter der Markthalle, die Security und an all diejenigen, die dieses Event zu einem großartigen Erlebnis werden ließen. Auf die nächsten (mindestens) fünf Jahre!

Veröffentlicht unter Konzert Review, Musik | Kommentar hinterlassen

Mobius – THE LINE

14361321_286609495057066_8583203407047950038_oMOBIUS wurde 2012 auf La Réunion, einer französischen Insel ca. 700 km östlich von Madagaskar, gegründet. Drei Teenager trafen sich und schrieben ihre ersten Songs (Adrien – Schlagzeug, Guillaume – Keyboards, und Anton – Gitarre). Nach einiger Zeit beschlossen sie, in Lyon in Frankreich zu studieren. Dort verfolgten sie ihr Metal-Projekt weiter. Sie trafen Heli (Gesang) und Julien (Bass) und MOBIUS wurde gegründet. Zwischenzeitlich haben Anton und Julien die Band wieder verlassen. Mit THE LINE veröffentlicht die Band nun ihr Debut-Album.

Ruhige Piano-Klänge leiten den Opener “Cosmopolis” ein, später kommen Streicher dazu. Dann nimmt der Song Fahrt auf, hektisch klingende Gitarren, vorantreibendes Schlagzeugspiel. Der in mittlerer Stimmlage vorgetragene Klar-Gesang von Heli wird von Chorussen unterlegt. Rhythmus- mobius-groupe1und Tempowechsel zeigen ganz deutlich die Ausrichtung der Kompositionen, proglastiger aber melodiöser Metal wird auf dem Album geboten.

Bei “Evasion” wechseln sich knallende Gitarren und Schlagzeug-Passagen mit ruhigeren Gesangspassagen ab. Hier zeigt die Sängerin, dass sie sich auch bei den höheren Tonlagen wohlfühlt. Vor allem in den instrumentalen Passagen ist auch hier wieder die Prog-Ausrichtung der Band zu erkennen. Das Schlagzeugspiel steht fast permanent im Vordergrund. Gegen Ende ist dann ein wunderschön melodisches Gitarren-Solo zu hören.

Der Übergang zum nachfolgenden Song “A Mazing World” ist fließend. Gezupfte Gitarren setzen ein, begleitet von Bläsern und später auch Streichinstrumenten-Klängen, ein kurzes Zwischenspiel, das nahtlos in “The Heresiarch” übergeht, dem wohl eingängigsten Song des Albums. Epische Chorusse untermalen den Gesang. Im letzten Drittel schlägt dann aber erneut die Prog-Attitüde durch. So wie das Album begann, so endet es auch, den Einstieg von “Mist Of Illusions” liefert erneut das Piano, später wird der Gesang von epischen Chorussen begleitet, das Schlagzeug wummert aus den Boxen, mobius-groupe2die Gitarren klingen druckvoll. Die gesanglichen Sound-Malereien geben dem Song ein exotisches Feeling.

Mobius machen es sich und den Zuhörern nicht einfach, die ständigen Melodie- und Rhythmus-Wechsel sind schwer zu spielen und erfordern aber auch ein intensives Zuhören. Komposition und Arrangement sind vielschichtig äußerst sperrig. Sehr gute Musiker leben hier auf dem Album ihren “musikalischen Spieltrieb” voll aus. Ein gelungenes Debütalbum, an dem Prog-Liebhaber ganz sicher ihre Freude haben werden.

Lineup:

Heli – Gesang
Adrien – Schlagzeug
Guillaume – Keyboards
Xavier – Gitarren

Label: Selbstvertrieb

VÖ: 10.10.2016

Spieldauer: 54 min

Titelliste:

  • Cosmopolis
  • Rising Mind
  • Evasion
  • A Mazing World
  • The Heresiarch
  • Bursting Chaos
  • Dark Fates
  • Mist Of Illusions
Veröffentlicht unter Album Review, Musik | Kommentar hinterlassen

Interview mit Wicked Plan

11011566_962305747122812_2886585766426154787_nRKE: Danke, dass ich dieses Interview mit Euch machen kann.
Leider musstet Ihr Eure Auftritte beim Baltic Hell im August absagen, ich hoffe Yanik hat die Operation gut überstanden.

Yanik: Vielen Dank für die Nachfrage. Ich bin mittlerweile wieder Topfit und freue mich auf die kommenden Gigs. Natürlich auch bald wieder in Deutschland.

RKE: Gibt es schon Pläne, für zukünftige Auftritte in Deutschland?

Natali: Leider gibt es für die nächsten paar Monate keine konkreten Termine für Konzerte in Deutschland. Wir arbeiten daran und werden auf der Homepage die Termine veröffentlichen, sobald diese bekannt sind.

RKE: Ihr seid in Deutschland nicht so bekannt. Stellt die Band zu Anfang bitte kurz vor.

Natali: Wir sind zu viert in der Band, Dan der Saitenzauberer an der Gitarre, Ed der Tieftöner am Bass, Yanik der Groove Maker an den Drums und ich am Mikro.

WICKED%20PLAN%20promo%20-%2000b%20Band%20landscape%20(Y62A1284)RKE: Ich habe mal versucht den Bandnamen ins Deutsche zu übersetzen (Gottloser/böser Plan). Was bedeutet er tatsächlich und wie seid Ihr auf den Namen “Wicked Plan” gekommen?

Dan: Für mich bedeutet WICKED PLAN ein Plan mit einer versteckten Absicht. Nicht unbedingt böse, aber ein heimlicher Plan.

RKE: Welche Musiker und Bands beeinflussen Euch in Eurem Schaffen.

Natali: Ich hab da einige die mich beeinflusst haben: zum einen war’s Jutta Weinhold, hab ihre Musik sehr viel gehört. Zum anderen waren es Bruce Dickinson, Rob Halford, Axel Rose, Jeff Scott Soto und Ronnie James Dio.

Dan: Mich haben in Bezug auf WICKED PLAN vor allem Yngwie Malmsteen und klassische Komponisten des Barock beeinflusst. Nebst vielen 80ies Hard Rock und Heavy Metal Gitarristen und Bands wie Iron Maiden, Metallica, Megadeth, George Lynch von Lynch Mob und Dokken.

WICKED%20PLAN%20captured%20on%20stage%20Z7%202016-09-03%2001Yanik: Mich beeinflussen vor allem Drummer wie Chris Adler (Lamb of God) und Dave McClain (Machine Head). Metaldrummer, die es meiner Meinung nach schaffen, einen Song nach Metal klingen zu lassen, ohne 5 min dass Doublebasspedal durchzuknallen, sondern sich genau überlegen wann, wo und wie draufgehauen wird.

Ed : Vor allem Steve Harris von Iron Maiden. Aber auch Bassisten aus allerlei Musikstilen: z.B. Jaco Pastorius, Stanley Clarke, Gene Simmons, u.v.a. Musiker, die den Bass im Vordergrund gebracht haben.

RKE: Gegründet wurde Wicked Plan 2012, was habt Ihr davor gemacht.

Dan: Vor WICKED PLAN habe ich in verschiedenen Hard Rock/Metal Bands gespielt, früher noch vermehrt mit Exotic Metal Elementen im Stil von Marty Friedman/Megadeth. Mit WICKED PLAN dann konsequenter mit Elementen aus der Barock Musik, um dem WICKED PLAN einen klaren Stil zu geben.

WICKED%20PLAN%20promo%20-%2000d%20Band%20portrait%20&%20instruments%20(Y62A1398)RKE: “Becoming God” wurde 2013 veröffentlicht, “Out Of Fire” 2015(2016). Arbeitet Ihr schon am dritten Album?

Dan: Ja absolut! Ich bin aktuell in einer intensiven Songwriting Phase und arbeite gerade an 4-5 Songs gleichzeitig. Wenn die Ideen kommen muss man sie nehmen und verarbeiten! Und heute bin ich gerade mit den Riffs für zwei Songs fertig geworden, an denen ich in den letzten Wochen gearbeitet habe. Wenn das Gerüst steht, schreibt Natali die Gesangsmelodien und Lyrics. Das heißt wir können die beiden Songs in der nächsten Bandprobe mal anspielen – darauf freue mich!

Ich gebe den Songs immer schon beim Komponieren einen Arbeitstitel, weil ich mit jeder Song-Idee sofort bestimmte Bilder, Emotionen oder Geschichten verbinde. Ich kann die Songs so auch besser auseinander halten. Manchmal übernimmt dann Natali beim Texten eine meiner Ideen, und manchmal erzählt der Song am Schluss eine ganz andere Geschichte. Die Arbeitstitel der beiden Songs, die ich heute fertig geschrieben habe lauten übrigens: „You Rock“ und „Call of the Seven“. Ich bin gespannt, was daraus wird… Smiley

Welche Songs dann tatsächlich auf das nächste Album kommen werden wir sehen. Das entscheiden wir erst am Schluss, wenn wir genügend Material haben. Ich erwarte, dass die Aufnahmen für das nächste Album Anfang 2018 starten werden.

RKE: Die Alben-Cover sind recht farbenfroh und eigentlich untypisch für den Power Metal, den ihr spielt. Wer hatte die Idee für diese Artworks?

WICKED%20PLAN%20promo%20-%2001a%20Natali%20vocals%20with%20microphone%20(Y62A8316)Dan: Natali und ich wollten nach dem letzten größeren Umbau der Band ein neues, stärkeres Logo. Drachen haben uns schon immer fasziniert. Also sind wir auf die Suche nach starken Drachenbildern gegangen. Nachdem wir unseren Drachen gefunden hatten, hat Manfred Smietana, ein deutscher Grafiker, mit uns das neue WICKED PLAN Dragon Logo kreiert. Manne hat dann auch das Cover mit dem Drachen für das „Out of Fire“ Album gemacht.

RKE: Wie läuft bei Euch das Songwriting ab? Ist Dan alleinige Songwriter, oder bringen sich alle Bandmitglieder ein?

Dan: Es läuft normalerweise so, dass ich die Riffs ohne Gesangsmelodien komponiere und schon mal grob aufnehme, um den anderen einen Eindruck vermitteln zu können, wohin es mit dem Song groove-mäßig gehen soll. Danach besprechen Natali und ich mögliche Arrangements, und Natali schreibt die Lyrics und Gesangsmelodien. Dann beginnen wir, die Songs in den Bandproben zu spielen, bis die Riffs einen soliden, druckvollen Boden legen für die Vocals.

RKE: Natali, auf den Alben klingt Deine Stimme extrem kraftvoll. Machst Du besondere Stimmübungen, damit Du mit dieser Power ein ganzes Konzert oder sogar eine Tournee durchhältst.

Natali: Ich mache seit meinem Gesangsstudium fast täglich Gesangsübungen, die mir meine damaligen Gesangslehrer gezeigt haben. Natürlich hab ich in der Zwischenzeit zahlreiche eigene Übungen kreiert, aber die damaligen Basisübungen bilden WICKED%20PLAN%20captured%20on%20stage%20Z7%202016-09-03%2011immer noch das Fundament. Mit der richtigen Technik ist es in der Regel kein Problem, über längere Zeit mit viel Power zu singen. Natürlich ohne Rauchen und Alkohol Zwinkerndes Smiley

RKE: Aus der Schweiz kommt eine Vielzahl großartiger Bands. Wie sieht es mit der Rock- und Metal-Szene bei Euch aus? Haben kleinere Bands genügend Möglichkeiten live aufzutreten?

Natali: In der Schweiz gibt es nicht so viele Auftrittsmöglichkeiten, da die Szene sehr klein ist. Neuerdings hat es ein paar Festivals.

RKE: Nochmals vielen Dank für das Interview. Möchtet Ihr den Fans zum Abschluss noch etwas mitteilen?

Dan: Kommt in ein Konzert und trefft uns nach dem Gig beim Merch Stand! Oder besucht unsere Website www.wickedplan.com oder www.facebook.com/wickedplanband – See you there! Get Wicked!

Veröffentlicht unter Interview, Musik | 2 Kommentare

Veil of Mist – Disenchantment

obrys_koperty_2010-11Veil of Mist wurden bereits 2004 in Reims im Nordosten von Frankreich von Frédéric Carcelle und Jean-Baptiste Frichet gegründet. Wie viele kleinere Bands mussten auch Veil of Mist diverse Umbesetzungen verkraften. So ist es kaum verwunderlich, dass bisher nicht mehr als einige Demos veröffentlicht wurden (2006, 2008). Mit der derzeitige Sängerin Amandine Rosselle wurde dann intensiv an neuem Songmaterial gearbeitet, so dass die Band jetzt, zwölf Jahre nach der Gründung, ihr Debüt-Album vorlegen kann. “Disenchantment” erschien bereits im Mai als digitales Release, die Silberlinge folgen im September/Oktober diesen Jahres.

13691132_10154001868328197_2832308763908048685_oEin eisiger Wind ist zu hören, dann setzen Streicher ein, so beginnt mit Fané” das Album-Debüt. Später kommen Gitarren und Schlagzeug hinzu und die betörende Stimme von Amandine Rosselle drückt dem Song ihren Stempel auf. Die Melodieführung ist ruhig und besinnlich. Hin und wieder drücken Gitarre und Double Bass aus den Boxen. In “Scarecrow” zieht das Tempo ein wenig an, die Gesangslinien sind ein wenig tiefer angelegt und klingen dadurch sehr angenehm. Gegen Ende ist ein filigran gespieltes Gitarrensolo zu hören. Wie schon “Fané” wird auch der Bonus Track “La Cohorte Des Esseulés” auf Französisch und Englisch gesungen. Der Song startet mit einem wunderschönen Gitarren-Intro, bevor der Double-Bass das Tempo anziehen lässt. Nach einem melodischen Solo, knallen am Ende die Gitarren noch mal richtig aus den Boxen.

Auch bei den nachfolgenden Songs sind die bereits beschriebenen ruhigen und beschaulichen Melodiebögen zu hören, das Schlagzeug mit gelegentlichen Double Bass Passagen sorgt für einen gewissen Härtegrad und die immer wieder fast wie beiläufig eingeflochtenen Gitarrenpassagen und die gelegentlich knallenden Riffs bestätigen, dass hier hervorragende Musiker am Werk sind. Dass es auch anders geht, zeigen Veil Of Mist u.a. bei “Weight Of Regrets”. Ein recht schnell gespielter Song, der so richtig los rockt und mit einem echt genialen Gitarrensolo endet. Und natürlich bei den beiden Schlusssongs “Shareholder Of Your Ruin” und “I Shall Not Die Alone” bei denen 13735070_10154001862843197_86249639957547373_oEddie Risdal von der norwegischen Gothic Metal Band Ancestral Legacy die Growls beisteuert und somit für interessante Farbtupfer sorgt.

Mit “Disenchantment” ist den Musikern aus der Provinz Champagne ein gutes Erstlingswerk gelungen. Der Sound ist im Wesentlichen ruhig, fast schon kontemplativ. Sängerin Amandine Rosselle bewegt sich im zumeist in den mittleren Tonhöhen, damit unterscheidet sich der Gesang durchaus wohltuend von anderen Bands dieses Genres. Über die Gesamtspieldauer des Albums vermisse ich ein wenig die Abwechslung, den einen oder anderen Überraschungseffekt. Ausnahmen sind hier lediglich die beiden Schlusssongs, oder das auch schon erwähnte “Weight Of Regrets” und das kurze Zwischenspiel “Pretium Doloris”. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Die fünf Musiker können zu Recht die Korken der Champagner-Flaschen knallen lassen.

VEIL OF MIST – Disenchantment (full album teaser)

Lineup:

Amandine Rosselle – Gesang
Cédric Vassal – Gitarren
Frédéric Carcelle – Gitarren
Jean-Baptiste Frichet – Bass & Programmierung
Manuel Leroy – Schlagzeug

Label: Valkyrie Rising

VÖ: 30.09.2016 (Frankreich) / 21.10.2016 (Deutschland, Benelux) / 13.05.2016 (Digitale Version)

Spieldauer: 58:36

Titelliste:

  • Fané
  • Scarecrow
  • La Cohorte Des Esseulés*
  • Sham Existence
  • Weight Of Regrets
  • Heiress To Melancholia
  • Ghosts oOf Winter
  • Pretium Doloris
  • Death In Your Eyes
  • Shareholder Of Your Ruin
  • I Shall Not Die Alone 

* Bonus Track

Veröffentlicht unter Album Review, Musik | Kommentar hinterlassen